Vorbereitung auf den Hundeführerschein

Vorbereitung auf den HundeführerscheinEs ist soweit: Man hat sich entschieden, den Hundeführerschein zu machen. Doch wie geht man jetzt vor?
Wo fängt man am besten an?
Und wie viel Zeit wird die Vorbereitung zum Hundeführerschein in Anspruch nehmen?

Vor diesen und einigen weiteren Fragen stehen die meisten Hundehalter, die sich für das Ablegen der Hundeführerscheinprüfung entschieden haben. Grundsätzlich kann die Vorbereitung auf den Hundeführerschein je nach Mensch-Hund-Team vollkommen verschieden aussehen – abhängig vom Vorwissen bei Mensch sowie dem Trainingsstand des Hundes.

Wenn man sich aber schon zu Beginn einen Fahrplan zurechtlegt, gestaltet sich die Vorbereitung auf den Hundeführerschein als entspannt und lehrreich und stärkt sogar noch die Bindung zwischen Hund und Halter – was will man also mehr?

Für Leser mit wenig Zeit – 5 Ratschläge zur Prüfungsvorbereitung

1. Rund um den Hund

    Für die theoretische Prüfung muss man viel über Hunde wissen. Die Prüfungsfragen haben es teilweise echt in sich, weshalb eine ausführliche Vorbereitung unbedingt notwendig ist. Wichtige Themen sind unter anderem das Sozialverhalten von Hunden und ihre Kommunikation mit Artgenossen sowie mit Menschen, Spielverhalten und Erziehung im Allgemeinen, Lerntheorie und Rassewissen im Speziellen. Dieses Wissen kann man sich mit Hilfe von Fachbüchern, Videos oder aber auch in entsprechenden Kursen, wie sie von Hundeschulen vor Ort oder auch online angeboten werden, aneignen.

2. Regelmäßige Trainingseinheiten

    In der praktischen Prüfung muss der Hund seinen Gehorsam unter Beweis stellen. Verschiedene Grundkommandos werden eingefordert, aber auch das Verhalten des Hundes in unterschiedlichen Alltagssituationen wird geprüft. Um diesen Prüfungsteil meistern zu können, sollte man zur Vorbereitung mindestens zweimal pro Woche entsprechende Trainingseinheiten einplanen. Dabei können manche Situationen, die für die Hundeführerscheinprüfung von großer Wichtigkeit sind, nur im Kollektiv geübt werden, weshalb auch regelmäßige Trainingseinheiten mit anderen Mensch-Hund-Teams unbedingt zur Vorbereitung auf den Hundeführerschein dazugehören.

3. Richtiger Trainingsort

    Je nach individuellem Trainingsstand des Hundes sollte man auch den Trainingsort auswählen. Anfänger beginnen an einem ablenkungsarmen Ort, um erst einmal die Grundkommandos zu üben, die den Grundstein für das weiterführende Gehorsamkeitstraining legen. Mit zunehmendem Trainingslevel können sich auch die Trainingsorte verändern, sodass man auch in ablenkungsreicheren Situationen trainiert, um schon frühzeitig für potenzielle Prüfungssituationen vorzusorgen. Trainiert das nächste Mal doch in einem Café oder der Fußgängerzone – hier wird sich zeigen, wie gut der Gehorsam des Hundes bereits trainiert ist.

4. Rat einholen

    Meistens ist es sinnvoll, wenn man sich professionellen Rat von einem Hundetrainer holt. Egal, wie weit die Prüfungsvorbereitung schon ist: Hundetrainer wissen genau Bescheid, wie Hundeführerscheinprüfungen aussehen und können daher sehr gut einschätzen, ob noch weiterer Trainingsbedarf besteht. Außerdem haben sie sehr gute Tipps und Tricks, wie Probleme im Training gelöst werden können.

5. Ruhepausen

    So schön Hundetraining auch sein mag, ausreichende Ruhepausen sind essentiell, damit sich Hund und Halter bei der nächsten Einheit auch wieder konzentrieren können. Gute Konzentration im Training ist der Schlüssel zum Erfolg.

Warum ist eine Vorbereitung auf den Hundeführerschein sinnvoll?

Ganz ohne Vorbereitung in eine Hundeführerscheinprüfung quasi „hineinzustolpern“, wird wohl kaum jemand empfehlen, der daran interessiert ist, dass man die Prüfung auch schafft. Zwar ist die Prüfung so gestaltet, dass sie gut geschafft werden kann, dennoch ist es vorher ratsam, zu überlegen, auf welchem Stand Halter und Hund sind und ob da nicht doch noch etwas Training nötig sein könnte. Der theoretische Prüfungsteil wartet auf den Hundehalter mit teilweise echt kniffligen Fragen zu verschiedenen Themen rund um den Hund. Und der praktische Prüfungsteil verlangt vom Mensch-Hund-Team auch so einiges ab. Gut vorbereitet und trainiert durchläuft man die Prüfungen sicher mit Bravour, aber trotzdem ist ein Hundeführerschein nicht „mal eben so“ gemacht. Sollte man nämlich die Prüfung nicht im ersten Anlauf bestehen, kostet jeder weitere Prüfungsversuch erneut Geld. Außerdem kann es passieren, dass man für einen gewissen Zeitraum für die Prüfung gesperrt ist, sodass sich zusätzlich zu den Extra-Kosten auch noch zeitliche Verzögerungen ergeben. Das zusammen ist wirklich nicht so schön, weshalb man sich in jedem Fall auf den Hundeführerschein vorbereiten sollte.
Auszug aus den Prüfungsinhalten
Theoretische Prüfung

    – Sozialverhalten von Hunden
    – Ernährung
    – Fortpflanzung
    – Rassespezifisches Verhalten

…etc.
Praktische Prüfung

    – Grundkommandos, wie Sitz & Platz
    – Verhalten im öffentlichen Raum
    – Mensch-Hund-Kontakt
    – Allgemeiner Gehorsam

…etc.

Wer muss sich auf den Hundeführerschein vorbereiten?

Wir empfehlen, dass sich jedes Mensch-Hund-Team auf die Prüfung für den Hundeführerschein vorbereitet. Unvorbereitet in eine Hundeführerscheinprüfung zu gehen, endet meist nicht mit dem gewünschten Ergebnis und die Prüfung muss wiederholt werden. Und das kostet Zeit, Geld und Nerven.

Insbesondere der theoretische Prüfungsteil kann es in sich haben. Dort wird man ohne eine gute Vorbereitung schnell an die Grenzen stoßen. Aber auch für den praktischen Prüfungsteil ist es sehr wichtig, sich ausreichend vorzubereiten. Denn in der Prüfung muss alles beim ersten Mal sitzen. Für Korrekturen ist hier keine Zeit mehr. Der Hund muss gehorchen und sich von seiner besten Seite zeigen.

Und da die praktische Hundeführerscheinprüfung meist spontan gestaltet wird, je nachdem wie die Gegebenheiten am Prüfungsort sind, sollte man im Vorwege viele verschiedene Szenarien mit dem Hund gemeinsam durchspielen, um mögliche Prüfungssituationen bereits trainiert zu haben.

Wie läuft die Vorbereitung für den Hundeführerschein ab?

Zwei Worte sind für die Vorbereitung auf den Hundeführerschein von großer Bedeutung: Lernen und Trainieren.
Was ist damit gemeint?

Nun, lernen wird der Mensch in der nächsten Zeit besonders viel. Und zwar verschiedene Dinge rund um das Thema Hund. Von der Ernährung, über das Sozialverhalten, Erziehungsthemen und Lerntheorie bis hin zu einzelnen rassespezifischen Besonderheiten wird man in der nächsten Zeit sehr viel über Hunde lernen. Rechts in der Infobox sind noch einmal alle relevanten Themengebiete aufgelistet, die man in der Vorbereitung auf jeden Fall berücksichtigen sollte.
Dabei ist es egal, ob man sich diese Kenntnisse mit Hilfe von Fachbüchern oder Videos aneignet. Je nachdem wie die persönlichen Vorlieben sind oder wie man am besten lernt, gibt es daher viele verschiedene Möglichkeiten auf dem Markt.

Prüfungsthemen

    Sozialverhalten
    Kommunikation
    Lerntheorie, Erziehung, Ausbildung
    Angst und Aggression
    Haltung und Pflege
    Rassenkenntnisse
    Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung
    Hund & Recht

Besonders intensiv und nachhaltig zeigt sich die Vorbereitung in entsprechenden Kursen, wie sie meist von Hundetrainern oder Hundeschulen angeboten werden. Ob vor Ort oder online: durch die intensive Betreuung der Trainer lernt man alles Wesentliche für die Hundeführerscheinprüfung meist schneller als im Selbst-Studium. Außerdem sind in solchen Kursen alle relevanten Themen enthalten, sodass man sich sicher sein kann, hier die optimale Vorbereitung auf den Hundeführerschein zu erhalten.
Damit sich die theoretischen Kenntnisse festigen, kann man einerseits auf den täglichen Gassi-Runden das eine oder andere im Kontakt mit Hunden schon sehr gut beobachten, insbesondere was die Themen Sozialverhalten, Kommunikation und Ängste oder auch Aggressionen betrifft. Andererseits empfiehlt es sich, entsprechende Fragenkataloge durchzuarbeiten. Das bietet neben dem Festigen der Kenntnisse noch den Vorteil, dass man schon mit dem Wortlaut der Fragen in der Hundeführerscheinprüfung vertraut ist, da die Formulierungen hier teilweise etwas verklausuliert sind, sodass man für die richtige Antwort häufig um die Ecke denken muss. Denn der erste Antwortimpuls muss nicht immer der richtige sein!

Das zweite Stichwort, Training, betrifft Mensch sowie Hund. Der praktische Prüfungsteil für den Hundeführerschein sieht nämlich eindeutige Gehorsamkeitsübungen vor, die der Hund in jedem Fall zu absolvieren hat. Dazu gehören Grundkommandos wie Sitz, Platz, Bleib und Steh, wobei man in der Prüfung drei der vier genannten Kommandos zeigen muss. Darüber hinaus wird der Hund mit verschiedenen Situationen konfrontiert, die so im Alltag des Mensch-Hund-Teams durchaus auch entstehen können. Es wird beobachtet, wie sich der Hund im Kontakt mit anderen Menschen verhält, aber auch wie er sich im öffentlichen Raum führen lässt. Ein verlässlicher Rückruf ist dabei ebenso wichtig, wie das Laufen bei Fuß.
Und nicht zuletzt, fließt auch die Qualität der Beziehung zwischen Hund und Halter mit in die Bewertung ein. Denn eine auf Vertrauen und gegenseitigen Respekt basierende Beziehung zwischen Mensch und Hund ist die Voraussetzung für einen guten Gehorsam und eine gute Führigkeit des Hundes. Um all diese Dinge in der Prüfung perfekt zeigen zu können, bedarf es regelmäßiges und intensives Training in der nächsten Zeit.

Training in der GruppeDafür kann man sich entweder einen eigenen Trainingsplan erstellen oder aber sich Hilfe bei einem Hundetrainer oder einer Hundeschule holen. Beim Trainieren in der Gruppe unter Aufsicht eines ausgebildeten Hundetrainers ergeben sich jedoch häufig Vorteile im Vergleich zum eigenen Training Zuhause.
Einerseits weiß der Hundetrainer genau, welche Dinge in der Prüfung vom Hund abverlangt werden, sodass man diese gezielt trainieren kann. Andererseits finden solche Trainingseinheiten meist in Kleingruppen statt. So kann man in einem geschützten Rahmen auch Mensch-Hund-Kontakte sowie Hund-Hund-Kontakte herbeiführen und trainieren. Ebenso gibt es hier gute Möglichkeiten, um den Rückruf auch unter Ablenkung zu perfektionieren. Unter professioneller Anleitung des Hundetrainers können die meisten Mensch-Hund-Teams dabei noch einigen Erziehungsfehlern auf den Grund gehen oder auch Lücken im Gehorsam schließen.
Außerdem kann der Hundetrainer am besten eine realistische Einschätzung abgeben, ob das Mensch-Hund-Team schon zur Hundeführerscheinprüfung bereit ist. Wenn man jedoch nicht der Typ für Gruppentraining ist, oder aber nur ein paar Fragen hat, kann man auch einzelne Trainingsstunden wahrnehmen.
Natürlich muss nicht jedes Mensch-Hund-Team einen gesamten Kurs mitmachen. Auch immer häufiger werden entsprechende Online-Kurse angeboten, bei denen man dann mit hochwertigem Videomaterial die Übungen gezeigt bekommt, sodass man sie Zuhause dann entsprechend umsetzen kann.

Wann sollte für den Hundeführerschein geübt werden?

Für die Vorbereitung sollte man sich in jedem Fall ausreichend Zeit einplanen. Wie viel das sein wird, ist abhängig vom individuellen Wissensstand und Trainingsstand des Mensch-Hund-Teams sowie davon, wie viel Zeit man pro Woche bereit ist, für die Vorbereitung zu investieren.
Im Schnitt benötigen die meisten Mensch-Hund-Teams zur Vorbereitung zwischen drei und vier Monaten. Es wird empfohlen, wöchentlich mindestens zwei praktische Trainingseinheiten zu absolvieren. Dabei sind die Trainingseinheiten an den Hund anzupassen. Je nach individueller Konzentrationsfähigkeit können die Trainingseinheiten länger oder kürzer ausfallen. Sobald man merkt, dass sich Hund und/oder Mensch nicht mehr konzentrieren können, sollte mit dem Training pausiert und zu einem späteren Zeitpunkt, am besten an einem anderen Tag, fortgesetzt werden. Denn eine gute Konzentration ist die Voraussetzung für einen schnellen und zufriedenstellenden Trainingserfolg.

Zu den praktischen Trainingseinheiten kommt die Vorbereitung auf den theoretischen Prüfungsteil, deren zeitlicher Umfang sehr individuell ist, je nachdem, wie viel man bereits über Hunde weiß und wie schnell man lernt. Sobald man alle Themen bearbeitet und gelernt hat, kann man pro Woche ruhig 1-2 Fragenkataloge durcharbeiten, um sich auf die Theorieprüfung für den Hundeführerschein einzustellen.

Meistens gibt es monatliche Sammeltermine für die Hundeführerscheinprüfung. Daher hat man alle vier Wochen die Möglichkeit, die Prüfung abzulegen. Was das angeht, ergibt sich also kein größerer Termindruck.

Wo übt man am besten für den Hundeführerschein?

Für die Trainingseinheiten, die man zur Vorbereitung auf den praktischen Prüfungsteil für den Hundeführerschein absolviert, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Ortswahl.

Die Grundkommandos wie Sitz oder Platz kann man ohne Probleme im eigenen Wohnzimmer Zuhause üben. Auch kleinere Rückruf-Trainingseinheiten sind Zuhause durchführbar.

Jedoch kommt man um das Training draußen nicht herum, wenn man bereits in der Prüfungsvorbereitung möglichst realistische Bedingungen herbeiführen möchte, wie sie später auch in der Hundeführerscheinprüfung sein werden.
Da im praktischen Prüfungsteil neben den Grundkommandos der Fokus stark auf dem Verhalten des Hundes im öffentlichen Raum liegt, sollte man auch genau hier in der nächsten Zeit einige Trainingseinheiten einplanen.
Das Besondere an Trainingseinheiten im öffentlichen Raum ist, dass man hier natürlich auch andere Menschen und Hunde trifft.

Exkurs: Training an belebten Orten
Der eigene Garten oder die Wiese auf dem Gassi-Gang sind zwar geeignete Plätze zum Training, insbesondere dann, wenn man sich noch am Anfang des Gehorsamkeitstrainings befindet. Fortgeschrittenen Mensch-Hund-Teams empfehlen wir jedoch auch hin und wieder an sehr belebten Orten, wie einer Einkaufspassage oder einem Café zu üben. Denn das Verhalten des Hundes ist stark abhängig von seiner Umgebung und auch der Gehorsam wird davon beeinflusst. Durch laute Geräusche oder auch andere Reize wie Gerüche ist der Hund schneller abgelenkt. In solche Situationen zeigt sich erst, wie gut man im Vorfeld trainiert hat und ob der Hund auch in reizstarken Situationen folgt.
Situationen mit vielen verschiedenen Reizen fordern den Gehorsam des Hundes stark heraus. Solche Trainingseinheiten sind sozusagen die Feuerprobe, um zu schauen, wie gut der Gehorsam des Hundes trainiert ist.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Mensch-Hund-Kontakte und auch Hund-Hund-Kontakte hier nicht künstlich herbeigeführt werden, wie dies in einem entsprechenden Vorbereitungskurs eines Hundetrainers der Fall wäre. Denn viele Hunde verhalten sich in einer expliziten Trainingssituation, wie zum Beispiel in einer Trainingsstunde in der Hundeschule, meist anders als im wirklichen Alltag.
Für die Wahl eines solchen belebten Ortes sollte man sich ausreichend Gedanken machen. Manche Hunde sind von Natur aus stressresistenter als andere. Die Ortswahl sollte daher dem Hund angepasst werden.

Zusammenfassung

Eine intensive Vorbereitung auf die Hundeführerscheinprüfung ist sehr wichtig, damit man sie auch direkt im ersten Anlauf besteht. Jeder neue Prüfungsversuch kostet Zeit und Geld. Das kann man mit einer gut geplanten und überlegten Prüfungsvorbereitung umgehen, weshalb wir jedem Mensch-Hund-Team ein gewisses Maß an Vorbereitung empfehlen.

Je nachdem wie man am besten lernt, kann man sich die theoretischen Kenntnisse im Selbst-Studium Zuhause mit Hilfe von entsprechenden Ratgebern aneignen oder aber auch durch ergänzende Videos, wie sie im Internet zu finden sind, erklären lassen. So kann man auch die Trainingseinheiten für die praktische Prüfung des Hundeführerscheins auf eigene Faust gestalten.

Wer jedoch auf Nummer sichergehen möchte und gar nicht so recht weiß, wie genau eine Trainingseinheit aussehen soll, kann sich für entsprechende Kurse bei Hundetrainern oder Hundeschulen anmelden. Immer mehr bieten diese Kurse auch als Online-Versionen an. Der große Vorteil liegt darin, dass Hundetrainer wissen, was genau in einer Hundeführerscheinprüfung gefordert wird. Daher können sie am besten einschätzen, ob ein Mensch-Hund-Team schon so weit ist oder ob noch weiterer Trainingsbedarf besteht.

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